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IFS Food v8 und die Instandhaltung: was Auditoren sehen wollen

Wartungsplan, Fremdkörpermanagement, Kalibrierung, lebensmitteltaugliche Schmierstoffe und die Freigabe nach Reparaturen: Diese Seite erklärt, was IFS Food Version 8 konkret von der Instandhaltung verlangt – und welche Nachweise der Auditor sehen will.

Kurz gesagt: IFS Food Version 8 (veröffentlicht April 2023, verpflichtend für Audits seit dem 1. Januar 2024) regelt die Instandhaltung vor allem in Kapitel 4.16 „Wartung und Reparatur“: dokumentierter Wartungsplan mit Verantwortlichkeiten, Prioritäten und Fälligkeitsterminen, dokumentierte Wartungs- und Reparaturarbeiten, keine Kontaminationsrisiken durch eingesetzte Materialien, dokumentierte provisorische Reparaturen mit kurzer Frist. Dazu kommen das Fremdkörpermanagement (Kapitel 4.12, inkl. KO-Anforderung Nr. 6) und die Kalibrierung von Mess- und Überwachungsmitteln (Kapitel 5.4). Der Auditor will vollständige, nachvollziehbare Aufzeichnungen sehen – nicht rekonstruierte Excel-Listen.

Bei einem IFS-Audit entscheidet sich ein erheblicher Teil der Bewertung nicht im QM-Büro, sondern in der Instandhaltung: am Wartungsplan, an den Reparaturberichten, an der Kalibrierung des Metalldetektors und an der Frage, wer die Linie nach der letzten Reparatur wieder freigegeben hat. Wer diese Nachweise digital und lückenlos führt, geht deutlich entspannter ins Audit.

IFS Food kurz erklärt

IFS Food ist ein Standard zur Auditierung von Lebensmittelherstellern, herausgegeben von der IFS Management GmbH mit Sitz in Berlin. Der Standard ist von der Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannt und im deutschen Lebensmitteleinzelhandel die dominierende Zertifizierungsgrundlage: Wer als Hersteller Eigenmarken oder Markenprodukte an den deutschen Handel liefert, kommt an einem IFS-Food-Zertifikat in der Praxis kaum vorbei.

Die aktuelle Version 8 wurde im April 2023 veröffentlicht. Seit dem 1. Oktober 2023 konnte optional nach Version 8 auditiert werden, seit dem 1. Januar 2024 ist sie für alle IFS-Food-Audits verpflichtend. Der Anforderungskatalog ist in Version 8 auf fünf Kapitel gestrafft; die Anforderungen an die Instandhaltung finden sich vor allem in Kapitel 4 (betriebliche Prozesse) und Kapitel 5 (Messungen, Analysen, Verbesserungen).

Was der IFS-Auditor bei der Instandhaltung prüft

Wartungsplanung und -nachweise (Kapitel 4.16)

Kapitel 4.16 „Wartung und Reparatur“ ist das Kernkapitel für die technische Abteilung. Anforderung 4.16.1 verlangt einen dokumentierten, umgesetzten und aufrechterhaltenen Wartungsplan für alle kritischen Ausrüstungen – einschließlich Transport und Lagerräumlichkeiten und gleichermaßen für interne Arbeiten wie für Dienstleister. Der Plan muss Verantwortlichkeiten, Prioritäten und Fälligkeitstermine enthalten. Nach 4.16.2 sind Lebensmittelsicherheit, Produktqualität, -legalität und -authentizität während und nach Wartungs- und Reparaturarbeiten zu gewährleisten, und die Arbeiten sind zu dokumentieren. 4.16.4 fordert zusätzlich, dass Ausfälle und Fehlfunktionen sicherheitsrelevanter Anlagen identifiziert, dokumentiert und überprüft werden, um den Wartungsplan laufend zu verbessern – der Auditor erwartet also nicht nur eine Störungsliste, sondern einen erkennbaren Lernprozess.

Fremdkörpermanagement: Metalldetektion und Röntgentechnik (Kapitel 4.12)

Kapitel 4.12 „Risikominderung für Fremdmaterialien und -chemikalien“ enthält mit 4.12.1 eine KO-Anforderung (KO Nr. 6): Auf Risikobasis müssen Verfahren dokumentiert und umgesetzt sein, die eine Kontamination mit Fremdmaterialien verhindern. Für die Instandhaltung besonders relevant: Nach 4.12.4 müssen Metall- und Fremdkörperdetektoren so installiert sein, dass die Detektion maximal wirksam ist, und mindestens einmal innerhalb von 12 Monaten – oder bei wesentlichen Änderungen – gewartet werden. Nach 4.12.5 ist die Messgenauigkeit aller Geräte zur Erkennung oder Beseitigung von Fremdmaterial zu bestimmen, mit Funktionsprüfungen in risikobasierter Häufigkeit; bei einer Fehlfunktion sind die Auswirkungen auf Produkte und Prozesse zu bewerten. Das gilt für Metalldetektoren ebenso wie für Röntgenanlagen und Magnete.

Materialien und Schmierstoffe (4.16.3)

Anforderung 4.16.3 verlangt, dass alle für Wartungs- und Reparaturarbeiten eingesetzten Materialien für den Verwendungszweck geeignet sind und kein Kontaminationsrisiko darstellen. Darunter fallen in der Praxis vor allem Schmierstoffe: Im produktnahen Bereich haben sich lebensmitteltaugliche Schmierstoffe (üblicherweise mit NSF-H1-Registrierung) als Stand der Technik etabliert. Der Auditor fragt typischerweise: Welcher Schmierstoff ist an welcher Maschine im Einsatz, wo ist das dokumentiert, und wie stellen Sie sicher, dass der Monteur nicht zum falschen Fett greift? Ergänzend nennt 4.12.2 Öle und herabtropfende Flüssigkeiten aus Maschinen ausdrücklich als physikalisches Kontaminationsrisiko.

Hygienefreigabe nach Wartungsarbeiten

Aus 4.16.2 folgt eine der häufigsten Auditfragen: Wie stellen Sie sicher, dass die Linie nach einer Reparatur wieder sicher produziert? In der Praxis heißt das: Werkzeuge, Schrauben und Kleinteile vollständig entfernt, Anlage gereinigt und – wo nötig – desinfiziert, Kontrolle und dokumentierte Freigabe durch eine befugte Person, bevor die Produktion wieder anläuft. Eine mündliche Absprache zwischen Monteur und Schichtleitung reicht als Nachweis nicht; der Auditor will Zeitstempel, Namen und gegebenenfalls das Prüfergebnis sehen.

Provisorische Reparaturen (4.16.5)

Provisorien sind im Fabrikalltag nicht verboten – aber geregelt. Nach 4.16.5 dürfen provisorische Reparaturarbeiten Lebensmittelsicherheit und Produktqualität nicht beeinträchtigen, sie sind zu dokumentieren, und es ist eine kurze Frist zur endgültigen Beseitigung festzulegen. Das seit Monaten mit Kabelbinder und Klebeband „vorübergehend“ fixierte Blech ist ein Klassiker unter den Auditabweichungen.

Kalibrierung (Kapitel 5.4) und externe Dienstleister (4.16.6)

Kapitel 5.4 „Kalibrierung, Justierung und Prüfung von Mess- und Überwachungsmitteln“ verlangt, dass alle für Lebensmittelsicherheit und Produktqualität relevanten Messmittel identifiziert und erfasst sind und ihr Kalibrierstatus aufgezeichnet ist (5.4.1), dass sie in festgelegten Abständen nach anerkannten Normen geprüft, justiert und kalibriert werden und die Ergebnisse dokumentiert sind (5.4.2), und dass bei einer festgestellten Fehlfunktion die Auswirkungen auf Prozesse und Produkte bewertet werden (5.4.3). Für externe Wartungs- und Reparaturdienstleister fordert 4.16.6 einen Dienstleistungsvertrag, der Materialien, Geräte und Durchführungsvorschriften festlegt.

Typische Audit-Abweichungen – und wie Sie sie vermeiden

Diese Befunde rund um die Instandhaltung tauchen in IFS-Audits immer wieder auf:

Der rote Faden

Fast alle Abweichungen haben dieselbe Ursache: Die Arbeit wird gemacht, aber der Nachweis fehlt oder ist nicht auffindbar. Genau hier setzt Instandhaltungssoftware an – jede Handlung wird beim Ausführen dokumentiert statt hinterher rekonstruiert.

IFS-Anforderung → geforderter Nachweis → wie Software ihn liefert

IFS-Anforderung Geforderter Nachweis Wie Software ihn liefert
4.16.1 Wartungsplan für kritische Ausrüstungen Aktueller Plan mit Verantwortlichkeiten, Prioritäten und Fälligkeitsterminen Wartungsschema pro Maschine mit automatischen Erinnerungen; überfällige Aufgaben sofort sichtbar
4.16.2 Sicherheit während und nach Wartung, Dokumentation Dokumentierte Arbeitsaufträge inkl. Freigabe der Linie Arbeitsauftrag lässt sich erst nach dokumentierter Freigabe durch den Linienverantwortlichen abschließen
4.16.3 Materialien ohne Kontaminationsrisiko Zuordnung geeigneter Materialien/Schmierstoffe pro Anlage Schmierstoffregister pro Maschine (inkl. Food-grade-Kennzeichnung) und Schmierpläne
4.16.4 Ausfälle identifiziert, dokumentiert, überprüft Störungshistorie und daraus abgeleitete Maßnahmen Störmeldungen vom Hallenboden mit Foto; Auswertungen zu Störungen und Stillstand pro Maschine
4.16.5 Provisorische Reparaturen dokumentiert, kurze Frist Provisorienliste mit Beseitigungsterminen Folgeauftrag mit Frist und Verantwortlichem; offene Provisorien bleiben sichtbar bis zur Erledigung
4.12.4 / 4.12.5 Detektoren gewartet, Genauigkeit geprüft Wartungs- und Funktionsprüfnachweise für Metalldetektor / Röntgen Wiederkehrende Prüfaufgaben mit Checkliste, Zeitstempel und ausführender Person
5.4.1–5.4.3 Messmittel erfasst, kalibriert, Ergebnisse dokumentiert Kalibrierstatus und Prüfergebnisse pro Gerät Kalibrieraufgaben je Messmittel mit Historie und hinterlegten Nachweisdokumenten
4.16.6 Dienstleistungsvertrag für externe Wartung Verträge und dokumentierte Fremdfirmenarbeiten Auch Dienstleisterarbeiten laufen als Arbeitsauftrag mit Dokumentation und Freigabe durch das System

Im Audit selbst zählt dann die Abrufbarkeit: Ein Bericht über alle Wartungs- und Reparaturarbeiten eines Zeitraums – pro Maschine, mit Personen, Zeitstempeln und Freigaben – sollte auf Knopfdruck vorliegen, nicht nach einem Abend Excel-Arbeit.

Wie Operato das umsetzt

Operato ist eine Instandhaltungssoftware (CMMS) aus den Niederlanden, entwickelt speziell für Produktionsbetriebe der Lebensmittelindustrie mit Auditpflichten nach IFS Food, BRC+, HACCP, ISO 22000 oder FSSC 22000. Die Kernpunkte:

Operato wird zu einem festen Monatstarif angeboten – ohne Preis pro Nutzer, mit unbegrenzter Nutzerzahl; der erste Monat ist lizenzkostenfrei. Preis auf Anfrage, abgestimmt auf Ihre Umgebung. Die Einführung dauert Wochen, nicht Monate. Gehostet wird in der EU (Niederlande), DSGVO-konform mit Auftragsverarbeitungsvertrag, SSL/TLS-Verschlüsselung und täglichen Backups.

Ehrlich zur Sprache: Die Benutzeroberfläche von Operato ist derzeit auf Niederländisch, Englisch und Polnisch verfügbar. Eine deutsche Benutzeroberfläche ist auf Anfrage in Planung; die Bedienung ist derzeit auf Englisch problemlos möglich. Support erhalten Sie auf Englisch und Niederländisch. Wenn Ihr Team eine deutschsprachige Oberfläche zwingend ab Tag eins benötigt, sagen wir Ihnen das lieber vorab, als es zu versprechen. Mehr zum Produkt finden Sie auf der Seite Instandhaltungssoftware für die Lebensmittelindustrie.

Häufige Fragen

Was verlangt IFS Food von der Instandhaltung?

Kapitel 4.16 verlangt einen dokumentierten Wartungsplan für alle kritischen Ausrüstungen mit Verantwortlichkeiten, Prioritäten und Fälligkeitsterminen. Lebensmittelsicherheit und Produktqualität müssen während und nach Wartungsarbeiten gewährleistet und dokumentiert sein, eingesetzte Materialien dürfen kein Kontaminationsrisiko darstellen, provisorische Reparaturen sind zu dokumentieren und kurzfristig zu beseitigen, und externe Dienstleister brauchen einen Dienstleistungsvertrag.

Welche Nachweise braucht man im IFS-Audit für Wartung?

Den aktuellen Wartungsplan mit Terminen und Verantwortlichen, dokumentierte Wartungs- und Reparaturaufträge mit Zeitstempel und ausführender Person, Eignungsnachweise für Materialien und Schmierstoffe, eine Provisorienliste mit Fristen, Kalibrier- und Funktionsprüfnachweise für Mess- und Detektionsgeräte sowie dokumentierte Freigaben der Linie nach Wartungsarbeiten – vollständig und kurzfristig abrufbar.

Was ist eine Hygienefreigabe nach Wartungsarbeiten?

Die dokumentierte Bestätigung, dass eine Anlage nach Wartungs- oder Reparaturarbeiten wieder sicher produzieren kann: Werkzeuge und Kleinteile entfernt, Anlage gereinigt und kontrolliert, Freigabe durch eine befugte Person mit Zeitstempel und Namen. Sie ist der praktische Nachweis für die Anforderung 4.16.2, Lebensmittelsicherheit auch nach Wartungsarbeiten zu gewährleisten.

Unterstützt Operato IFS-Audits?

Ja. Operato dokumentiert Wartungspläne, Störungen und Arbeitsaufträge mit unveränderlichen Zeitstempeln, erzwingt die Freigabe vor Auftragsabschluss und exportiert Audit-Berichte für IFS Food, BRC+, HACCP, ISO 22000 und FSSC 22000 als PDF. Die Benutzeroberfläche ist derzeit auf Niederländisch, Englisch und Polnisch verfügbar; eine deutsche Oberfläche ist auf Anfrage in Planung, die Bedienung ist derzeit auf Englisch möglich.

Instandhaltung IFS-ready machen?

Schreiben Sie uns oder fragen Sie eine unverbindliche Demo an – wir antworten auf Englisch oder Niederländisch, gerne auch zu Fragen rund um Ihr nächstes IFS-Audit.

Quellen: IFS Food Version 8, IFS Management GmbH, Berlin (deutsche Fassung, April 2023), Kapitel 4.12, 4.16, 4.17 und 5.4; ifs-certification.com. Diese Seite ist eine praxisorientierte Zusammenfassung und ersetzt nicht den Normtext.